Agile Konzeption

In agilen Projekten wird die fachliche Konzeption (Anforderungsanalyse, Grobkonzept, Feinkonzept) häufig als vorgelagerte Projektphase nach klassischem Vorgehen durchführt. Auch wenn agile Vorgehensmodelle wie z.B. Scrum darauf basieren, dass Anforderungen als User Stories eher grob als detailliert vorliegen, ist es nicht ungewöhnlich, wenn diese aus einem bereits vorliegenden Fachkonzept entnommen und im Laufe der Umsetzung verfeinert werden.

Einer der wesentlichen Gründe für dieses Vorgehen liegt darin, dass sowohl Kunde als auch Umsetzungspartner über einen definierten Scope verhandeln, wenn es um die Beauftragung eines Projektes geht. Und ohne eine Detaillierung der Anforderung ist das schwer zu erzielen.

Auf der anderen Seite entspricht das gelaunchte Projektergebnis nur in seltenen Fällen exakt der ursprünglichen Anforderung bzw. der ersten Konzeption. Am Ende kommt es auf das spezifische Projekt sowie die Bereitschaft von Kunde und Dienstleister an, konstruktiv mit den genannten Unwägbarkeiten umzugehen.

Einigen sich die Parteien darauf, dass auch die Anforderungsanalyse, Informationsarchitektur, User Experience und das Interaktionsdesign in agilem Vorgehen entwickelt werden sollen, so kommt es entscheidend darauf an, die folgenden Punkte zu berücksichtigen:

  • Interaktionsdesign und Usability erfordern Skills die nur bedingt bei Entwicklern vorliegen. Daher muss zumindest bei komplexeren Projekten ein UX-Spezialist fortlaufend Teil des agilen Teams (z.B. Scrum Team) sein.
  • Eine Gefahr agiler Projekte ist die Fragmentierung des Produkts in zusammenhangslose Mikro-Funktionalitäten. Konzeption ist in agilen Projekten besonders gefordert, um die Konsistenz, Integrität und Vollständigkeit der Anforderungsumsetzung zu sichern.
  • Auch in agilen Projekten sind Storyboards und Prototypen eine gute Methode, um komplexe Interfaces anfassbar, bewertbar und optimierbar zu machen. Solche Zwischenschritte sind durchaus mit agilem Vorgehen vereinbar, werden aber leider häufig vergessen.
  • Sprints sind häufig eng getaktet. Da wird Usability gerne übersehen oder nur oberflächlich betrachtet. Das lässt sich durch eine asynchrone Konzeption lösen, die dem Umsetzungssprint einen Zyklus vorausläuft. Der UX-Experte steht dem Team trotzdem zur Verfügung und kann fortlaufend Usability-Tests im Sprinttakt durchführen.

Ein Buch mit sieben Siegeln bzw. ein Hexenwerk? Nein, sprechen Sie uns an auf agile Konzeption!