Es bleibt spannend: Einblicke vom Blockchain Future Festival

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Ende Februar fand in Stuttgart das Blockchain Future Festival statt. Das Event zeichnete sich durch einen sehr bunten Mix an Vorträgen aus vielen verschiedenen Branchen mit unterschiedlichsten Anwendungsfällen aus. Ein klares Zeichen dafür, dass das Thema Distributed Ledger Technology langsam aber sicher aus den Kinderschuhen hinauswächst.

 

Die erste und zweite Welle der Blockchain-Entwicklung sind nun langsam verebbt und der Crypto-Hype war auf dieser Veranstaltung absolut kein Thema mehr. Klar, Tokens sind noch immer ein spannendes und inzwischen auch erstaunlich weit reguliertes Thema, aber die Vorstellung einer Handvoll mehr oder minder vager Whitepaper-Ideen mit anschließendem ICO-Klingelbeutel Rundgang standen hier nicht auf der Agenda. Stattdessen gab es viel Möglichkeit zum Networking und noch mehr interessante Gesprächspartnerinnen und -partner.

 

Von den Vorträgen her gibt es für mich drei besonders interessante Themen hervorzuheben. Mein Favorit an diesem Tag war ein Vortrag im Track Rechtemangement, in dem Susi Förschler vom DWF das Thema "Recht in der Crypto Economy" vorgestellt hat. Ein überaus spannender Vortrag zum Stand der Regulierung von Tokens & Securities und den damit verbundenen Pitfalls, vor denen man sich tunlichst in Acht nehmen sollte. Denn wenngleich sich der Staat an andere Stelle mit einer Strategie zum Thema DLT/Blockchain noch ganz am Anfang befindet, so sind die Finanz- und Aufsichtsbehörden hier deutlich mehr auf Zack.

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Mein zweiter Favorit kam von der Firma Bosch, die nach dem fulminanten Start ins Jahr mit dem "Like a Bosch"-Video, auch mal kurz beim Thema Blockchain haben durchblicken lassen, das Bosch, während die meisten anderen noch planen und nachdenken, bereits an mehreren Stellen schon fast fertig ist und nun auf den Rest der Welt wartet aufzuschließen #ChallangeAccepted. Dieses Gefühl ist uns durchaus aus unserer Blockchain-Implementierung für Frachtbriefe beim Logistikunternehmen Mosolf bekannt ;).

 

Der dritte Vortrag, der mich zum Nachdenken angeregt, aber am Ende nicht wirklich überzeugt hat kam von IBM. Genauer dem IBM Blockchain Research Lab in Böblingen. Der Tenor des Vortrags hier war: IBM braucht keinen Proof of Concept (PoC), IBM geht lieber gleich in die Umsetzung. Diesen Wunsch kann ich durchaus verstehen. In der vollwertigen Umsetzung ist deutlich mehr Musik als in der prototypischen - zumindest für den Umsetzenden. Aber der bewusste Verzicht auf eine kleine, schrittweise und vor Allem vom Lerncharakter getriebene Annäherung an ein Thema, ist für ein Research Institut aus meinem Verständnis doch ein eher ungewöhnliches Mindset.

 

Neben den Insights und Gedankenanstößen aus den Vorträgen, waren es aber am Ende auf jeden Fall die Gespräche und Impulse der anderen Blockchain-Enthusiasten die das Event für mich zu einem vollen Erfolg gemacht haben.

 

In diesem Sinne, ein Dankeschön an die Organisatoren. Beim nächsten Mal sind wir sicher wieder mit dabei. 

 

Foto Credits: Saeed Kakavand