Erfahrungsbericht: App-Entwicklung mit der Low-Code-Plattform OutSystems

OutSystems ETECTURE

Low-Code-Plattformen wie OutSystems versprechen jede Menge Vorteile für die Entwicklung von Applikationen: Das visuelle Modellieren von Anwendungen soll eine deutliche Zeitersparnis und eine merkbare Kostenreduktion bewirken. Außerdem sollen Fachabteilungen unkompliziert selber Applikationen umsetzen können und damit näher an die Bedürfnisse der Nutzer gebracht werden – mit weniger IT-Unterstützung als in klassischen Entwicklungsprozessen. Doch wie einfach ist die Verwendung tatsächlich, und welcher messbare Mehrwert kann generiert werden? Wir haben den Selbstversuch gemacht und die App FastFeedback entwickelt.

 

Mit Low-Code-Plattformen entfällt das klassische und oft aufwändige Coden weitgehend. Plattformen wie OutSystems bieten die Möglichkeit, Anwendungen über eine einfache visuelle Oberfläche im Drag-and-Drop-Verfahren zu modellieren. Unterschiedliche Plug-Ins sowie Widgets und Vorlagen helfen dem Nutzer bei der schnellen Erstellung seiner App. Das zentrale Ziel: zeitnah in einem optimalen Kosten-Nutzen-Verhältnis auf Kunden- bzw. Nutzerbedürfnisse reagieren.

 

Um Erfahrungen mit der weltweit führenden Low-Code-Plattform OutSystems zu sammeln sowie den Prozess für uns zu evaluieren, haben wir im Selbstversuch die mobile Anwendung FastFeedback entwickelt. Auf Low-Code-Basis war das unser erster ausschließlich mobiler Use-Case. Dabei waren für uns zwei Punkte für die Evaluierung zentral: Zum einen wollten wir feststellen, welche grundlegenden Möglichkeiten die Plattform hinsichtlich der Entwicklung von Apps bietet. Zum anderen haben wir zum Beginn eine Schätzung der Entwicklungszeiten – mit und ohne Low-Code-Methode – vorgenommen, um diese am Ende mit der tatsächlichen Entwicklungszeit abgleichen zu können.

Urs Reppel ETECTURE

Schnelles Feedback mit schneller Umsetzung

Im Unternehmensalltag ist konstruktives Feedback ein wesentlicher Bestandteil gelungener Teamkommunikation. Aber häufig ist es in verteilten Teams gar nicht so einfach, eine offene und direkte Feedback- und Kommunikationskultur zu pflegen. Das war die Herausforderung, die wir mit unserer App-Entwicklung angehen wollten.

 

Die Idee hinter FastFeedback ist simpel: Wir wollen schnelles und unkompliziertes Feedback ermöglichen. Die App überwindet räumliche Barrieren, wie verschiedene Standorte und intensiv genutzte Homeoffice-Angebote, und sorgt dafür, dass Feedback auch bei einem vollen Terminkalender problemlos gegeben werden kann. Der Use-Case bietet sich besonders an, da wir verschiedene Punkte testen können. So betont mein Kollege Moritz Niesel, der neben Kai Werner für die Entwicklung zuständig war: "Wir haben verschiedene Sachen ausprobiert, um den Nutzen der Low-Code-Plattform evaluieren zu können. Unter anderem eine Microsoft Graph API-Anbindung sowie das Versenden von Push-Nachrichten über Firebase. Beide Anwendungsfälle haben reibungslos funktioniert."

 

Bei der Entwicklung haben wir uns im ersten Schritt an unserem geübten, "normalen" Projektprozess gehalten. Nachdem der Use-Case im Team besprochen wurde, setzte sich unsere UI/UX-Expertin Heike Fütterer mit der App auseinander und entwickelte für unser Entwicklerteam einen ersten Prototyp. Durch diesen wussten die Entwickler, wie viele Screens benötigt werden und welche Inhalte jeweils auf dem Screen zu finden sein müssen.

 

Eine Besonderheit bei der Low-Code-Entwicklung ist, dass die übliche Trennung zwischen Backend- und Frontend-Entwicklern vollständig aufgelöst wird. Alle haben alles gemacht. "Ohne die strikte Trennung von Frontend- und Backend-Entwicklung arbeitet man direkt als Full Stack-Entwickler. Das macht es schon sehr spannend", betont Moritz, "ich konnte als relativer Neuling in der App-Entwicklung in beiden Bereichen viel Erfahrung sammeln. Ein weiterer Vorteil war, dass mein Kollege und ich immer parallel an beiden "Seiten" gearbeitet haben. So konnten wir den anderen bei Fragen direkt um Hilfe bitten."

Moritz Niesel ETECTURE

Wir haben mit zwei Entwicklern, einer UI/UX-Expertin und mit mir als Projektowner an der Entwicklung der App gearbeitet. In kürzester Zeit haben wir eine funktionierende App umgesetzt, die individuelles, zeitnahes und personalisiertes Feedback im Team ermöglicht. Gleichzeitig haben wir eine Verknüpfung mit dem Active Directory sowie eine Einbindung des Outlook-Terminkalenders hergestellt.

 

Das Fazit unseres Selbstversuchs

Und wie lautet jetzt das abschließende Resümee unseres Selbstversuchs? Insgesamt bewerten wir die App-Entwicklung mit der Low-Code-Plattform OutSystems positiv. Auch aufgrund unserer breiten Projekterfahrung konnten wir FastFeedback deutlich schneller umsetzen, als dies normalerweise üblich wäre. Zudem gehen wir davon aus, durch wachsende Erfahrungswerte aus folgenden Projekten die Effizienz in der App-Umsetzung mit OutSytems weiter steigern zu können. Hier empfehlen wir, Synergie- und Effizienzeffekt – zum Beispiel in der Zusammenarbeit von Fach-, Design- und Entwicklungsabteilung – nicht alleine vom einmaligen Einsatz der Low-Code-Methode zu erwarten. Low-Code-Plattformen spielen ihre Stärken zunehmend aus, wenn mehrere Projekte umgesetzt werden. Dafür gilt es auch, die eigene Herangehensweise zu hinterfragen und schrittweise den Prozessablauf zu verbessern – oder gleich auf die Hilfe erfahrener Partner zu setzen.

 

Aus Entwicklersicht gibt es keine wesentlichen Beanstandungen bei der Umsetzung der FastFeedback-App. "Besondere Herausforderungen gab es für mich nicht wirklich", fasst Moritz zusammen, "jedes Problem konnte ich lösen. Dabei haben mich nicht nur meine Kollegen im Team unterstützt, sondern auch die sehr hilfsbereite Community von OutSystems."

 

Wenn wir also gefragt werden, ob sich die Umsetzung mit Low-Code rentiert hat, können wir kurz und knapp "absolut" antworten. Nicht zuletzt, weil wir in kurzer Zeit eine tolle Lösung geschaffen haben, die großes Potential verspricht.

Moritz Niesel ETECTURE

Wir konnten in der Entwicklung feststellen, dass zentrale Versprechen und Möglichkeiten von Low-Code aus unserer Sicht eingehalten werden:

  • Reduzierung von Kosten und Aufwänden
  • Verbesserung von Time-to-Market
  • Zielgerichtete und nutzerzentrierte Lösung

Konsequent eingesetzt, lässt sich aus unserer Sicht auch Schatten-IT im Unternehmen reduzieren, wenn eine eigene Bibliothek aus Templates, Plug-Ins und Widgets aufgebaut und genutzt wird.

 

Moritz sieht durch die Low-Code-Entwicklung riesige Chancen: "Durch die Schnelligkeit und die visualisierte Darstellung der Logik können Anwendungen und Features sehr schnell umgesetzt und debuggt werden. Man kann vieles schon im frühen Stand der Entwicklung ausprobieren, ohne dabei große Aufwände oder Kosten zu verursachen. Die Herausforderung wird darin bestehen, die Grenzen der Low-Code-Plattform beziehungsweise von OutSystems weiter auszutesten. Bisher konnten wir noch jede vermeintliche Grenze überwinden. Ich bin gespannt, wie es in Zukunft aussehen wird."

 

Die Einsatzmöglichkeiten von Low-Code sind vielfältig und haben für Unternehmen ein großes Potential. Meiner Meinung nach sind eine durchdachte mittel- bis langfristige Strategie und klare Vision ("Was möchte ich mit Low-Code erreichen? Und warum?"), wichtige Voraussetzungen für den Einsatz. Die Einführung von Low-Code für eine in sich gekapselte und einmalige Lösung wird höchstwahrscheinlich keinen Sinn machen.

Urs Reppel ETECTURE

Sie haben Fragen zur Low-Code Methode oder OutSystems? Unsere Digital Architects beraten Sie gerne. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf!

Das Team hinter FastFeedback_

Urs Rappel
Urs
Reppel
Key Account Manager
Moritz Niesel ETECTURE
Moritz
Niesel
Werkstudent
Kai Werner ETECTURE
Kai
Werner
Senior Software Developer
Heike Fütterer
Heike
Fütterer
Information Architect

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